Kaufverhandlungen um das Hahn Areal vorerst beendet
Der Eigentümer der Projektfläche „Hahn-Areal“ in Zwettl, Dr. Reinhold Frasl, verfolgt das ursprünglich geplante Projekt „Kampcenter Zwettl“ nicht weiter und beabsichtigt daher, die Fläche zu veräußern. Die Zwettler Immobilien und Projekt GmbH – ein Gemeinschaftsunternehmen der Raiffeisenbank Region Waldviertel-Mitte, der Waldviertler Sparkasse Bank AG sowie der Stadtgemeinde Zwettl-NÖ – erhielt von Reinhold Frasl ein Kaufangebot in der Höhe von 2,5 Millionen Euro.
Um der Gesellschaft die Möglichkeit zu geben, exklusiv über den Erwerb der Liegenschaft zu entscheiden, war der Abschluss eines Optionsvertrags auf die Dauer des Jahres 2025 vorgesehen. Für diesen Schritt wurde ein entsprechender Dringlichkeitsantrag im Gemeinderat eingebracht und in der Sitzung vom 10. Dezember 2024 mehrheitlich beschlossen – noch ohne der Beteiligung von Zwettl braucht.
In der Folge kam es zu Verhandlungen zwischen der Zwettler Immobilien und Projekt GmbH und dem Eigentümer Reinhold Frasl. Diese Gespräche wurden nun jedoch ohne Ergebnis vorläufig beendet. Grund dafür war insbesondere die vom Eigentümer geforderte Kaufpreishöhe von 2,5 Millionen Euro, über die Reinhold Frasl keine Verhandlungsbereitschaft zeigte. Darüber hinaus gab es auch bei anderen Vertragsinhalten – etwa in Bezug auf Haftungsfragen – unterschiedliche Auffassungen zwischen der Immobiliengesellschaft und Reinhold Frasl.
Ungeachtet dessen bleibt das bestehende Vorkaufsrecht der Stadtgemeinde Zwettl-NÖ aufrecht. Dieses verpflichtet den Eigentümer, die Projektfläche weder ohne Zustimmung der Gemeinde zu verkaufen noch Dritten in irgendeiner Form Rechte an der Fläche einzuräumen.
Bürgermeister Franz Mold und Vizebürgermeister Alexander Leutgeb betonen, dass die Gemeinde weiterhin gesprächsbereit ist: Sollte sich der Eigentümer erneut melden, sei man offen dafür, gemeinsam Möglichkeiten für eine zukünftige Entwicklung des Areals zu erarbeiten.
„Uns liegt hier nach wie vor eine nachhaltige Nutzung und Weiterentwicklung am Herzen – aber wir wollen keine überstürzten Schnellschüsse“, lautet das Resümee der Stadt- und Gemeinderäte von Zwettl braucht. Zudem sehen wir und auch viele Experten aus der Zwettler Wirtschaft den Kaufpreis von € 2,5 Mio. in Anbetracht der aktuellen Widmung und Auflagen als überteuert an.
Etwaige Versäumnisse seitens der Gemeinde in Bezug auf das Hahn-Areal liegen weit in der Vergangenheit, dies wollen wir nicht beurteilen. Wir sind seit März 2025 in der Verantwortung, hier mitzugestalten und sehen in den aktuelle Entwicklungen keine Nachteile für die Stadtgemeinde Zwettl. Wir haben mehrmals gesagt, und das ist auch die Meinung vieler Experten, dass der Kaufpreis in Höhe von € 2,5 Mio. zu hoch für die aktuelle Widmung ist. Das sieht wohl auch die Mehrheit des Gemeinderates so. In der Immobilien- und Projekt GmbH wurde deshalb und auch noch aus anderen Gründen entschieden, keinen Optionsvertrag mit dem Eigentümer abzuschließen. Das ändert aber eben nicht die Position der Gemeinde, hier nochmal neue Verhandlungen zu führen – man hat ja ein Vorkaufsrecht – oder bei der Gestaltung neuer Projekte des jetzigen oder eines etwaigen neuen Eigentümers durch baubehördliche Angelegenheiten mitzusprechen.“
